Von Maine bis Miami – Die vielseitige Ostküste der USA

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Die amerikanische Ostküste ist besonders vielseitig. So werden Besuchern hier neben dem weltberühmten Indian Summer und atemberaubender Küstenlandschaften multikulturelle Metropolen und der älteste Teil der US-amerikanischen Geschichte geboten. Wer sich intensiv mit alledem auseinandersetzen möchte, sollte vielleicht eine Tour entlang der gesamten Küste wagen – vom hohen Norden mit buntem Laub und Blaubeeren über die Geburtsstätten der amerikanischen Republik bis zu den Baumwollplantagen und Alligatoren im Süden. Dieser „Reiseführer“ stellt die sehenswertesten Stätten ein wenig genauer vor.

1. Reisen innerhalb Amerikas

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Freie Straßen und grandioses Panorama. Zwar gilt die Ostküste als dichter besiedelt als die meisten Teile der USA, dennoch lohnt sich das Erkunden der Natur auf der Straße.

a) Frei und flexibel mit dem Auto

Wer sich in den USA möglichst frei bewegen will, sollte auf einen Mietwagen zurückgreifen. Generell gilt es keine besonderen Verkehrsregeln zu beachten – außer das Tempolimit von 70 mph im Osten natürlich. Die Wahl eines Mietwagens kann online schon von Deutschland aus geschehen. Das erspart den Stress, sich erst einen Wagen suchen zu müssen. Vor Vertragsabschluss sollte sich genau überlegt werden, welche Versicherungen tatsächlich benötigt oder erwünscht sind. Außerdem ist es oft hilfreich, über einen internationalen Führerschein zu verfügen.

b) Bequem und komfortabel mit Bus und Bahn

Überlandbusse haben in den USA eine lange Tradition und sind in der Regel sehr günstig. Eine Fahrt von Boston nach New York, die immerhin viereinhalb Stunden dauert, kostet in der Regel keine 20 Dollar und beinhaltet Zusatzleistungen wie gratis Internet. Wer es lieber romantisch und traditionsbewusst mag, sollte laut welt.de auf das Reisen mit der Bahn zurückgreifen. Das Bahnnetz in den USA ist sehr gut ausgebaut und gilt als noch komfortabler als mit dem Bus. Hier liegt der Preis allerdings höher. Die Beispiel-Strecke wird zwar schneller zurückgelegt, ein Ticket kostet in der Regel jedoch mindestens 70 Dollar. Im Gegensatz zum Auto oder Flugzeug wird hier dennoch Geld gespart.

2. Weite Wälder, historisches Erbe und Indian Summer: Die Neuenglandstaaten

a) Hoch im Norden – Maine

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In Maine kann das typische Kleinstadtleben der USA besonders gut beobachtet werden. Viele Bäume, Flaggen und Backsteinfassaden zieren das Straßenbild.

Maine ist der nördlichste Staat der USA und in Vergleich zu den übrigen Staaten mit 1,3 Millionen Einwohnern eher klein. Die größte Stadt ist Portland und diese hat gerade einmal knapp 66.000 Einwohner, was für amerikanische Verhältnisse sogar fast winzig ist. Maine ist sehr landschaftlich geprägt und vor allem die raue Küste sowie die ausgiebigen Wälder sind unter Touristen sehr beliebt. Der späte Herbst ist hier eine besondere Jahreszeit, denn dann lässt sich der sogenannte Indian Summer beobachten. Das heißt, die Sonne scheint, die Luft ist warm und die Bäume tragen Laub in sämtlichen Farben. Eine Pflanze, die in Maine allgegenwärtig ist, sind die Blaubeeren. Sie sind Exportschlager Nummer eins und nirgendwo weltweit wird mehr produziert als hier im Pine Tree State. Der berühmteste Sohn Maines ist übrigens Bestseller-Autor und Horror-Meister Stephen King.

b) Auf einen Tee nach Boston

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Boston ist unter anderem wegen seines Hafens bekannt. Hier begann einst die Revolte gegen das britische Königshaus. Heute ist Boston wirtschaftlich vor allem durch den Finanzsektor geprägt.

Das historische Boston ist vielen wegen der Tea Party bekannt. In diesem Widerstandsakt gegen die britische Krone verkleideten sich Bostoner Mittelständler 1773 als Ureinwohner und zerstörten englischen Tee, um gegen Steuern und Zölle zu rebellieren.

Heutzutage steht Boston vor allem für exzellente Bildung, eine sehenswerte Altstadt, eine der größten Brauereien Amerikas und Meeresfrüchte. Harvard und das Massachusetts Institute of Technology (MIT) sind im Vorort Cambridge beheimatet. Besonders prominente ehemalige Studenten sind beispielsweise Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und der zweite Mensch, der je den Mond betrat, Buzz Aldrin. Die Innenstadt bietet vor allem den sehenswerten Freedom Trail, ein vier Kilometer langer Pfad, der vom ältesten Park der USA zum Bunker Hill Monument, welches an eine der wichtigsten Schlachten des Unabhängigkeitskrieges erinnert, führt. Wer sich im speziellen für den Unabhängigkeitskrieg interessiert, sollte den Boston National Historical Park besuchen. In der Nähe des Hafens bieten viele Restaurants die Spezialitäten Boston Lobster, also den heimischen Hummer, und zur Vorspeise die Clam Chowder, eine Suppe aus Venusmuscheln, an.

c) Natur – Erlebnis Connecticut: Das Tor zu Neuengland

Connecticut ist im Grunde ein landschaftlich geprägter Staat. Der Indian Summer verwandelt die Wälder im Spätherbst regelmäßig in ein Meer aus Farben.
Connecticut ist im Grunde ein landschaftlich geprägter Staat. Der Indian Summer verwandelt die Wälder im Spätherbst regelmäßig in ein Meer aus Farben.

Als Tor zu Neuengland gilt der kleine Staat Connecticut, der sich auf halbem Weg zwischen Boston und New York befindet. Obwohl er also eine Verbindung zwischen den Neuenglandstaaten und dem Rest der Ostküste darstellt, kommt sein Name nicht vom Verb „connect“ also „verbinden“, sondern aus der Sprache der Mohegan, wo er so viel bedeutet wie „langer Fluss“. Ähnlich wie in Maine gibt es hier sehr viel Natur zu beobachten. Die Landschaft ist eher hügelig und stellenweise reichen sogar die Appalachen bis in den Staat. Zahlreiche Seen eignen sich beispielsweise für Angeltrips. Zur Küste hin flacht das Land ab und bietet schöne Strände sowie einige interessante Ferienorte, so zum Beispiel Uncasville. Auch der Name dieses Ortes leitet sich von einem Ureinwohner-Stamm, den Uncas, ab und der Einfluss des Mohegan-Stammes ist noch heute bemerkbar.

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Connecticut spielte im Revolutionskrieg eine wesentliche Rolle bei der Versorgung von Truppen. Traditionelle Gebäude finden sich hier noch allenthalben.

Das „Mohegan Sun“ nämlich eine der Hauptattraktionen der Küstenstadt. Seine moderne, dreigliedrige Optik überführt zentrale Aspekte der Mohegan-Kultur – nämlich Erde, Himmel und Wind – in das 21. Jahrhundert und ist daher auch für Nicht-Spieler sehr interessant. Doch Connecticut bietet ebenso eine ganze Menge an „alter“ Architektur, also Gebäuden aus der Kolonialzeit. Zentrum vieler kleiner Dörfer und Städtchen sind alte Kirchen, aber der wohl berühmteste und traditionsreichste Gebäudekomplex stellt sicherlich die Yale Universität, ebenfalls wie Harvard eine der Elite-Unis Amerikas, dar. Berühmte Absolventen sind zum Beispiel Bill und Hillary Clinton, George Bush Sen. sowie George Bush Jun. und der aktuelle Außenminister der Vereinigten Staaten John Kerry.

3. New York City: Wer es hier schafft, schafft es überall

a) Die fünf Bezirke von New York

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Zentral in Manhattan, auf dem legendären Broadway, liegt der Times Square. Hier kann das hektische Alltagsleben New Yorks erlebt werden.

New York wird oft als eine Riesenstadt wahrgenommen. Dieses Bild stimmt aber nicht ganz. Vielmehr handelt es sich bei New York um hunderte kleine Städte, die sich zu einem großen Ganzen zusammengeschlossen haben. Diese Ansammlung von einzelnen kleinen Fragmenten, den „neighborhoods“ wird durch die fünf Bezirke New Yorks strukturiert: Queens, Brooklyn, Bronx, Staten Island und Manhattan. Jeder Bezirk hat seinen ganz eigenen Charme. In Queens, dem Stadtteil mit der größten Fläche, werden fast 170 verschiedene Sprachen gesprochen und die Bevölkerung ist so vielfältig wie nirgendwo sonst. Brooklyn ist besonders dicht besiedelt und hat sich große Teile seiner Eigenständigkeit bewahrt. Die Bronx ist der nördlichste Stadtteil von New York und immer noch eher strukturschwach. Nichtsdestotrotz ist sie ein beliebter Drehort für Filme, Heimstätte des bedeutendsten New Yorker Sportvereins – den Yankees – und Geburtsstätte des Hip-Hop. In Staten Island geht es gemütlicher zu als im Rest der Stadt. Hier leben nicht mal eine halbe Million Menschen und der Anteil an Grünflächen ist relativ hoch.

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Die Häuserschluchten Manhattans werden von Menschen aus aller Welt bevölkert. Wer hier geboren wird, muss die Insel eigentlich nie verlassen, um mit allen möglichen Kulturen in Kontakt zu kommen.

b) Manhattan: Die Welt in einer Nussschale

Die Insel mitten in New York untergliedert sich einmal in East Side und West Side die durch die 5th Avenue und den Central Park getrennt werden. Außerdem wird zwischen Uptown, dem nördlichen Teil, und Downtown, dem Süden, unterschieden. Als Ausgangspunkt für eine Erkundung der Südhälfte eignet sich das Rockefeller Center, das über eine U-Bahn-Station verfügt. Von hier aus ist der Times Square zu Fuß innerhalb von fünf Minuten erreichbar. Wer nun dem Broadway in südliche Richtung folgt, steht innerhalb von fünfzehn weiteren Minuten vor dem berühmten Empire State Building, welches Anfang der 1930er Jahre in Rekordzeit gebaut wurde. Am Südzipfel der Insel, Lower Manhattan genannt, verbindet östlich die Brooklyn Bridge, eine der ältesten Hängebrücken der USA, Manhattan mit Brooklyn. Vom Battery Park aus fahren Fähren zu Ellis Island, dem Ankunftsort zahlreicher Einwanderer und Liberty Island mit der Freiheitsstatue. Zentral in Lower Manhattan sind die Wall Street und das World Trade Center Memorial sowie das neu errichtete One World Trade Center. Weitere sehenswerte Viertel sind Soho, Chinatown und Little Italy. Wie im Rest von New York gibt es auch hier Einwohner mit Vorfahren aus der ganzen Welt. Somit ist ein Tagestrip durch Downtown vielleicht die kürzeste und bequemste Weltreise überhaupt.

4. Die Stadt der Bruderliebe: Philadelphia

a) Die Gründung der Republik

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Philadelphias Spitzname, Stadt der Bruderliebe, leitet sich von der Übersetzung aus dem Griechischen ab. Stadtgründer William Penn wählte diesen Namen, um ein Zeichen für religiöse Freiheit zu wählen.
Die Freiheitsglocke, Liberty Bell, wird im Independence National Historical Park ausgestellt.
Die Freiheitsglocke, Liberty Bell, wird im Independence National Historical Park ausgestellt.

Philadelphia ist in gewissem Sinne die Geburtsstadt der Vereinigten Staaten. Nachdem die Stadt bereits 1681 vom englischen Quäker William Penn gegründet wurde, nahm ihre Bedeutung so rasch zu, dass sie bis zur Fertigstellung Washington DCs nach New York für zehn Jahre zur zweiten Hauptstadt der USA avancierte. In Philadelphia wurde am 4. Juli 1776 die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet und auch später die Verfassung geschrieben.

Die zentralen Sehenswürdigkeiten Philadelphias beziehen sich zu großen Teilen auch auf die Zeit der Emanzipation vom britischen Königreich. So stehen zum Beispiel die ersten beiden Banken der USA mitten im historischen Zentrum Philadelphias. Diese beiden Gebäude sind Bestandteile des Independence National Historical Parks, welcher durch die zentralen Plätze der Unabhängigkeit führt. In der Independence Hall fand der zweite Kontinentalkongress statt, der die Unabhängigkeitserklärung als Resultat hervorbrachte. Diese wurde vier Tage nach Unterzeichnung auf dem Independence Square öffentlich vorgetragen, was mit dem Läuten der Liberty Bell in einen feierlichen Rahmen gesetzt wurde. Diese Glocke wird im Liberty Bell Pavilion ausgestellt und ist eines der wichtigsten Symbole amerikanischer Unabhängigkeit.

Liebhaber von Filmen oder Literatur kommen in Philadelphia aber auch auf ihre Kosten. Die Treppenstufen vor dem Kunstmuseum sind die berühmten Rocky Steps, die vom gleichnamigen Film-Boxer zu Trainingszwecken erklommen wurden. Am Fuße der Stufen ist auch eine Statue von ihm. Außerdem kann ein Haus, das zeitweilig von Edgar Allen Poe bewohnt wurde, besichtigt werden. Hier wurde unter anderem der Krimi erfunden. Kulinarisches Highlight Philadelphias ist das Cheesesteak. Dies ist kleingehacktes Rindersteak mit Käse überbacken im Baguette.

b) Die Straßen von Philadelphia: Reminiszenzen an das deutschsprachige Erbe

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Der Stadtteil Germantown wurde 1683 von Krefelder Mennoniten gegründet. Diese waren die ersten, die Sklaverei in den USA anprangerten.

Im Norden Philadelphias liegt der Stadtteil Germantown, der 1683 von deutschen Auswanderern als unabhängige Stadt gegründet wurde. Hier wurde unter anderem eine erste kleine Bewegung initiiert, die sich kritisch mit Sklavenhaltung auseinandersetzte. Außerdem hatte der einigermaßen hohe Anteil an deutschstämmigen Einwanderern Auswirkungen auf das Stadtbild und die Kultur an sich. Viele gastronomische Betriebe orientieren sich an den kulinarischen Gegebenheiten Deutschlands und so gibt es beispielsweise das „Brauhaus Schmitz“ und die „Bierstube“. Auch die Straßennamen erinnern oft an die deutsche Sprache: Manheim St und Frankford Ave  (Städte), Spangler St sowie Pastorius St (Berufe und Namen).

5. Die flachste Stadt Amerikas: Washington D.C. und seine Umgebung

a) Das Zentrum der politischen Macht

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Das Kapitol in Washington ist der Sitz der Volksvertretung der Vereinigten Staaten. Kein Gebäude innerhalb des Stadtgebiets darf höher sein.
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Es gilt als Unterkunft des mächtigsten Mannes der Welt und liegt genau im Zentrum Washingtons: das Weiße Haus.

Flach ist Washington DC nur hinsichtlich der Höhe seiner Häuser. Hier darf im gesamten Stadtgebiet nichts höher sein als das Kapitol. Schließlich gilt dieses Gebäude als Heimstätte für die Herrschaft des Volks. Daher gibt es in DC, für eine amerikanische Großstadt äußerst ungewöhnlich, keine Wolkenkratzer. Die National Mall ist eine fast fünf Kilometer lange Promenade, die vom Kapitol und dem Lincoln Memorial begrenzt wird. Etwa in der Mitte der Promenade befindet sich das Washington Monument, ein Marmorobelisk zu Ehren George Washingtons. Von hier aus ist nicht nur eine gute Sicht auf die beiden Endpunkte der Mall gesichert, auch das Pentagon im gegenüberliegenden Arlington kann betrachtet werden und die Rückseite des Weißen Hauses liegt ebenfalls im Blickfeld. Seitlich entlang der National Mall stehen diverse Museen, wie beispielsweise das Smithsonian National Air and Space Museum, wo unter anderem Space Shuttles ausgestellt werden. Der Eintritt in die meisten Museen ist übrigens frei.

b) Georgetown: Der Ursprung Washingtons

Die bekannteste Universität Washingtons liegt im Stadtteil Georgetown und wurde 1789 von Jesuiten gegründet. Healy Hall ist das imposante Hauptgebäude der Uni.
Die bekannteste Universität Washingtons liegt im Stadtteil Georgetown und wurde 1789 von Jesuiten gegründet. Healy Hall ist das imposante Hauptgebäude der Uni.

Fast vier Jahrzehnte bevor die Stadt Washington gegründet wurde, kam es zur Stiftung des heutigen Stadtteils Georgetown, welches westlich vom Stadtzentrum gelegen ist. Am Ufer des Potomac Flusses hatte es vor der Erfindung der Eisenbahn eine hohe wirtschaftliche Bedeutung. Nach einem Niedergang im 19. Jahrhundert erfuhr das Viertel ab dem 20. Jahrhundert durch die Nähe zum Regierungsviertel einen erneuten Aufschwung und ist mittlerweile eine sehr teure Wohngegend.

In Georgetown selbst ist die gleichnamig benannte katholische Universität beheimatet. Hier studierten zum Beispiel Kurt Biedenkopf oder Madeleine Albright. Außerdem ist die Universität für ihr exzellentes Basketballteam – die Hoyas – bekannt und der Campus selbst, mit der imposanten Healy Hall, beeindruckt durch seine unaufgeregte, entspannte Atmosphäre. Das älteste Gebäude von ganz Washington, das 1765 erbaute Old Stone House, befindet sich in der Quasi-Hauptstraße Georgetowns: die M Street, NW. Hier sind viele Edel-Boutiquen, aber auch günstigere Kleidergeschäfte zu finden.

6. Auf der Straße nach Süden: Virginia, North Carolina und Georgia

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Eine Zeitreise können Touristen im historischen Dorf Jamestown in Virginia erleben. Hier wurde die erste dauerhafte Siedlung durch europäische Kolonialisten in Nordamerika rekonstruiert.

Wer die Ostküste weiter in Richtung Süden verfolgt, wird einen Vorgeschmack auf die Weite Amerikas bekommen. Die Siedlungsdichte nimmt im Vergleich zu den Metropolen der Ostküste ab, was nicht heißt, dass es von hier an nichts mehr zu sehen gäbe.

a) Jamestown: die erste dauerhafte Siedlung europäischer Kolonialisten

Die erste Siedlung europäischer Kolonisten, die sich in der neuen Welt dauerhaft etablieren konnte, ist Jamestown in der Chesapeke Bay (Virginia). Anfänglich hatten die Siedler große Probleme, nicht nur wegen Territoriums-Konflikten mit Ureinwohnern, sondern auch, weil Lebensmittel knapp waren und die medizinische Versorgung oft nur kaum ausreichte. Nichtsdestoweniger konnte die Stadt unter anderem durch den Anbau von Tabak gehalten werden, wenn auch die Hauptstadt der ersten tatsächlichen Kolonie unter britischer Krone wenige Kilometer weiter nach Williamsburg verlegt wurde. Heute erinnert vor allem das Jamestown Settlement an die Vorväter. Dies ist ein historisches Freilichtmuseum, das die Lebensumstände der Kolonialzeit authentisch zu imitieren versucht.

b) Die Appalachen als Grenze zum Westen

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Ein Teil der Appalachen sind die Blue Ridge Mountains. Besonders interessant ist der Mount Mitchell, denn dieser ist die höchste Erhebung des Gebirges.

Die Appalachen waren vor der großen Expansion Amerikas in Richtung Westen die natürliche Grenze zwischen den „zivilisierten“ Kolonien und der „wilden“ Prärie. Ihre höchste Erhebung liegt in den Blue Ridge Mountains, trägt den Namen Mount Mitchell (North Carolina) und ist mit über 2037 Metern der höchste Berg in Amerika, östlich des Mississippis. Der zugehörige Park feiert in diesem Jahr sein 100. Jubiläum und ist ein perfekter Aufenthaltsort für all jene, die erholsames Bergwandern bevorzugen. Wer mehr Aktivität möchte, sollte einen Urlaub an den Outer Banks, einer Inselgruppe vor der Küste North Carolinas, wählen. Neben Wellenreiten und Segeln lässt sich hier auf den Spuren der Gebrüder Wright, die hier den ersten erfolgreichen Motorflug vollzogen, wandeln und zum Beispiel Drachenfliegen.

c) Südstaatenschönheiten und Soul aus Georgia

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Die Südstaaten waren lange Zeit von der Baumwollproduktion geprägt. Solche Alleen sind hier typisch.

Beim ersten Gedanken an Georgia kommen vielleicht Bilder von Baumwollpflanzen in den Sinn. Kein Wunder, denn dieser Südstaat steht wie kaum ein anderer für die Baumwoll-Produktion. Dieser Stoff wird unter anderem im in Atlanta spielenden Romanklassiker „Vom Winde verweht“ thematisiert. Neben dem Klischee der Südstaatenschönheit, also einer jungen, hübschen, kultivierten Dame, sind auch die Konflikte zwischen der amerikanischen Oberschicht und ehemaligen Sklaven ein wesentlicher Bestandteil der Geschichte. Auch in der Realität ist Georgia wegen seiner Abhängigkeit von der Baumwolle eng mit dem Atlantischen Sklavenhandel verbunden. Georgia war der letzte amerikanische Staat, der den Handel schließlich verbot. Diese Erfahrungen sind vielleicht einer der Gründe, warum die schwarze Bürgerrechtsbewegung in den 1960er Jahren auch hier ihren Anfang hatte. Ein junger Pfarrer namens Martin Luther King hatte hier seine Kindheit unter den Erfahrungen der Rassentrennung verbracht und wusste somit von der Reformnotwendigkeit innerhalb der USA. Ein weiterer Sohn Georgias, der im Civil Right Movement der 1960er aktiv war, ist der sogenannte „High Priest of Soul“ Ray Charles.

7. Florida: Der Orange State am südlichen Zipfel

Anders als sein Spitzname Orange State vielleicht vermuten lässt, ist Florida nicht nur für eine besonders große Produktion an Zitrusfrüchten bekannt. Innerhalb und außerhalb der Vereinigten Staaten ist Florida zum Beispiel als Paradies für Rentner bekannt. Für deutsche Auswanderer bietet sich der Staat besonders an, denn neben einer regelrechten Sonnengarantie verfügt Florida mittlerweile über eine große Gemeinde an deutschsprachigen Auswanderern. So kann ein Stück Heimat auch am Golf von Mexiko erhalten werden.

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Miami ist die glitzernde Partyhauptstadt Floridas. In der Innenstadt reihen sich Bars und Clubs aneinander.

Die bekanntesten Städte Floridas sind Fort Lauderdale, Miami, Jacksonville und Orlando. Neben den sonnigen Aussichten für Senioren bieten diese Städte allerdings noch viel mehr. Schließlich ist Florida genauso dafür bekannt, dass hier gut gefeiert wird, vor allem in den östlichen Städten. Jährlich pilgern Tausende von Studenten im Frühjahr anlässlich des Spring Breaks, also der Frühjahrsferien amerikanischer Universitäten, in die Party-Metropolen Floridas. Vor allem Daytona Beach und Fort Lauderdale stehen bei College-Schülern hoch im Kurs. Die wohl berühmteste Stadt, Miami, ist dafür bekannt, dass hier das ganze Jahr über ausgelassen gefeiert wird.

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Gemütliche Zeitgenossen in den Everglades: die Alligatoren. Generell sind sie eher ungefährlich für Menschen.

Aber auch ruhigere Gemüter kommen in Florida auf ihre Kosten. In den Everglades, einer tropischen Sumpflandschaft in der Mitte der Halbinsel können Bootstouren unternommen werden. Die größten Attraktionen stellen für Mitteleuropäer hier wohl die Tiere dar. Neben jeder Menge eher lästiger Stechmücken leben hier Flamingos und Alligatoren. Wegen der außerordentlich guten Versorgung mit Nahrung sind letztere für Touristen eher ungefährlich. Dennoch sollte ein gewisser Sicherheitsabstand nicht unterschritten werden, schließlich handelt es sich immer noch um Raubtiere.

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Ganz im Süden, am Ende einer durch eine lange Autobrücke (Overseas Hwy) miteinander verbundenen Inselgruppe, befindet sich Key West, der südlichste Punkt der kontinentalen USA. Hier saß Ende der 1920er einst Ernest Hemingway, beobachtete den Sonnenuntergang und träumte wohl bereits von Kuba. Wer die Tour bis hierher verfolgt hat, steht nun vor verschiedenen Möglichkeiten. Entweder er fährt nach Miami zum nächsten internationalen Flughafen oder er bleibt einfach in Key West oder aber er schaut über die See in Richtung des nur knapp 150 Kilometer entfernten Havanna und stellt sich die nächsten Abenteuer vor.

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Hannah Meier

Hannah Meier, 28 Jahre alt, aus Duisburg. Redakteurin auf entdeckungsreisen.org

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