Die schönsten Kleinstädte der Provence

Aufnahme eines Altstadt-Straßenzuges in der Provence

Die Provence ist nicht nur eine Region. Provence bedeutet Atmosphäre und Savoir-vivre. Das Land des Lavendels, der Aprikosenhaine und Weinberge ist kein touristisch unerschlossenes Neuland, bietet aber abseits der großen, bekannten und leider auch überlaufenen Städte noch einiges zu entdecken. Die schönsten Kleinstädte der Provence als Menu in drei Gängen.

Zur Vorspeise: Les Baronnies, grüne Hügel und fruchtbare Täler

Geschützt im Tal des Eygues liegt eines der Schmuckstücke der nördlichen Provence: Nyons. Über die altehrwürdige Römerbrücke aus dem Jahr 1409 erreicht man die Gassen der Altstadt, die im 13. und 14. Jahrhundert entstanden ist. Der zentrale Place du Docteur Bourdongle geht auf das 15. Jahrhundert zurück. Sehenswert sind ebenfalls die Burg, die Kirche Saint-Vincent mit ihren Gemälden, der Tour Randonne und das Stadttor Porte de la Pomme mit dem historischen Glockenturm. Das Städtchen Buis-les-Baronnies ist einen Abstecher wert. Ein ausgedehnter Bummel durch die schöne Altstadt mit ihren schattigen Kolonnaden und den farbenfrohen Fassaden lohnt sich.

Der Hauptgang: Die schönsten Kleinstädte der Provence zwischen schroffen Bergen und Lavendelfeldern

Rau und von herber Schönheit zeigt sich die Hochprovence. Abgeriegelt durch den massiven und fotogenen Rocher de Baume liegt die kleine Stadt Sisteron im Engpass des Durance-Tals. Die strategisch wichtige Passage wird seit tausend Jahren von einer mächtigen Zitadelle bewacht, die über eine lange Treppe erreicht und besichtigt werden kann.

Die Altstadt von Sisteron ist sehr gepflegt und mit mehreren Baudenkmälern gesegnet. Sehenswürdigkeiten sind die Kirche Notre-Dame des Pommiers, der Uhrturm, die Rue Deleuze, die romanische Kapelle St. Marcel und die Kirche St. Dominique.

Manosque ist ein nettes kleines Städtchen im Durance-Tal mit zwei mächtigen Tortürmen und einer romanischen Kirche. Eines der ältesten christlichen Bauwerke Frankreichs steht in der verschlafen wirkenden Kleinstadt Riez. Das Baptisterium aus dem 5. Jahrhundert ist von außen ein unscheinbares Gebäude, birgt jedoch im Inneren einen achteckigen Raum mit acht Apsiden, acht Säulen und einem achteckigen Taufbecken. Auf der anderen Seite des Flusses Colostre sind korinthische Marmorsäulen und ein Apollotempel zu bestaunen.

Video: Roadtrip durch die Provence

Zum Dessert die schönsten Kleinstädte der Provence: Entdeckungen im Hinterland

  • St. Maximin-La-Ste.-Baume ist eine kleine provenzalische Stadt mit einer mächtigen Basilika. In dieser größten gotischen Kirche der Provence, der Basilika Ste.-Madeleine, ruhen in der Krypta aus dem 4. Jahrhundert die Reliquien der hl. Maria Magdalena und des hl. Maximin.
  • In St. Zacharie befindet sich ein sehenswertes Arboretum.
  • Gonfaron wartet mit einem Campanile auf dem Uhrenturm, der Kirche der Unbefleckten Empfängnis, der Kapelle Saint Quinis und einem Schildkrötendorf auf.

Reiseratgeber

Massif des Maures

Von Gonfaron aus kann das Massif des Maures erkundet werden. Der rund 60 km lange Gebirgszug zeichnet sich durch eine äußerst dünn besiedelte Waldwildnis aus Kastanien und Korkeichen mit kleinsten Sträßchen aus, auf denen man sich sogar im 21. Jahrhundert noch verirren kann.

Ein Dichterwort zum Schluss

„Man kann in der Provence die Kunstdenkmäler systematisch untersuchen, auf Stilreinheit, Baualter und Grundriß; man kann den Olivenhandel statistisch und tabellarisch darstellen, dass es nur so saust vor Zahlen – man kann aber auch in diesem wunderschönen Lande spazierengehen.“
(Kurt Tucholsky)
Titelbild: ©istock.com – Konstanttin

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Hannah Meier

Hannah Meier, 28 Jahre alt, aus Duisburg. Redakteurin auf entdeckungsreisen.org

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