Reiseziel Bolivien – Den Binnenstaat Südamerikas entdecken

Wer hier einen Ratgebertext erwartet mit Empfehlungen wie „besuchen Sie das Museum in La Paz, die Öffnungszeiten sind….“ sollte lieber nicht weiterlesen. Es folgt kein Hotelbetten- oder Klobrillentest und wir können auch nicht mit dem chilligsten Strand dienen. Was hauptsächlich daran liegt, dass Bolivien keinen Zugang zum Meer hat. Dieser Artikel soll auf ein paar ausgewählte Attraktionen hinweisen, die das Fernreiseziel Bolivien so interessant machen.

Den Urlaub in leeren Zügen genießen – mit dem Ferrobus von Sucre nach Potosi

Da die Fahrt mit dem Ferrobus gut dreimal länger dauert als mit dem Auto, trifft man auf der Strecke kaum einen Touristen und mit ihren Ferrobusverbindungen befördert die Eisenbahngesellschaft landesweit gerade mal 150 Personen pro Woche. Mehrere tausend Meter über dem Meeresspiegel zuckelt dieser Schienenbus durchs zivilisationsarme, spektakuläre bolivianische Hochland, windet sich über Kehrschleifen, wie wir sie von Alpenbahntrassen kennen. Die Fahrt endet in Potosi, eine Großstadt, 4000 Meter über dem Meeresspiegel. Die Altstadt zieren prächtige Kolonialstilbauten, die ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurden. Weitere Sehenswürdigkeiten sind:

  • Die barocken Kirchen der Stadt und die Kathedrale
  • Das Kloster Santa Teresa
  • Das Königliche Schatzhaus
  • El Cerro rico, der reiche Hügel. Der Reichtum in Form von Silbervorkommen, wurde 1545 von den spanischen Kolonialherren entdeckt und ausgebeutet. Die Minen sind noch in Betrieb, einige Stollen können besichtigt werden.
  • Der Markt der Minenarbeiter. Dort werden hauptsächlich hochexplosiver Sprengstoff und 96%- iger Alkohol verkauft. Es ist der einzige öffentliche Markt weltweit, auf dem jedermann legal Dynamit kaufen kann.

Reiseziel Bolivien: Canyons, Salz und Inkabauten

Südlich von Potosi liegt das Städtchen Tupiza. Umgeben von den Höhen der Cordillera de Chicas ruht diese Perle inmitten einer phänomenalen Landschaft. Ein echtes Wildwest-Country mit engen Canyons, rot leuchtenden, bizarren Felsformationen, gigantischen Kakteen und Baumruinen. Im Zentrum lohnt sich ein Besuch der kolonialen Kirche. Die Ruta 21 verbindet Tupiza mit dem 197 Kilometer entfernten Salar de Uyuni. Angesichts dieser 12.000 Quadratkilometer großen, gleißend hellen Salzwüste bleibt dem überwältigten Besucher sprichwörtlich die Spucke weg. In der Mitte dieser gigantischen Salzlandschaft kann die Salzkruste bis zu 10 Meter dick sein. Mehrtägige Touren führen im Geländewagen durch die weiße Wüste.

Reiseratgeber

Tipp: Titicacasee per Schiff

In Copacabana am Titicacasee starten Ausflugsschiffe zur Isla del Sol, wo es einige Inka-Relikte zu bestaunen gibt. Copacabana ist ein beliebter Wallfahrtsort mit einer schwarzen Schutzheiligen-Madonna. Die geschnitzte Figur stammt aus dem 16. Jahrhundert und trägt eine Krone aus purem Gold.

La Paz – dünne Luft und buntes Treiben

Die Hauptstadt des Landes liegt 4000 Meter über dem Meeresspiegel, auf dem Grund einer mondkraterartigen Schlucht. Was landschaftlich an Farben fehlt, wird durch die bunten Menschenmassen wett gemacht. Frauen mit Bowlerhüten und bauschigen Röcken, Bettler in dicken Ponchos, anzugtragende Geschäftsleute und Schuhputzer: Ein quirliges Treiben füllt die Straßen und Viertel.

Wer das Reiseziel Bolivien ins Auge fasst und La Paz besucht, sollte sich auf jeden Fall auf den Märkten umsehen. Der Hexenmarkt beispielsweise erstreckt sich über drei Straßen im Zentrum der Stadt. Hier werden Kleidung, Medizinpflanzen, Handwerkskunst und allerlei kuriose Produkte zum rituellen Gebrauch, wie getrocknete Lamaföten, angeboten.

Video: Bolivien: Eine Zeitreise – Fahrt in fremde Welten

Reiseziel Bolivien: für Abenteurer und Individualtouristen

Bolivien ist eines der ärmsten, abgeschiedensten und höchstgelegenen Länder Lateinamerikas und hat doch viel zu bieten. Atemberaubende Landschaften zwischen Sechstausendern und Urwald, abenteuerliche Straßen, Relikte einer wechselvollen Geschichte und eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Bolivien ist sicher kein Jet-Set Ziel und vielleicht gerade deshalb eine Reise wert.

 

Titelbild: ©istock.com – dani3315

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Hannah Meier

Hannah Meier, 28 Jahre alt, aus Duisburg. Redakteurin auf entdeckungsreisen.org

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