
Für viele Menschen ist es heute selbstverständlich, auch bei einem Urlaub im Ausland mobil erreichbar zu bleiben. Bei der Rückkehr kann es dabei allerdings zu einer bösen Überraschung kommen: Die Kosten für Telefonate und mobiles Internet sind bisher lediglich in der Europäischen EU reguliert – außerhalb der Grenze kann jeder Netzbetreiber die Gebühren frei festlegen.
In der EU gelten klare Regeln
In den Ländern der Europäischen Union wurden bereits vor Jahren Gesetze erlassen, die den Kunden vor überteuerten Roamnig-Gebühren schützen sollen. So ist festgelegt, dass der Preis für ausgehende Telefonate maximal 6 Cent und der für eingehende Gespräche maximal 1,2 Cent über dem normalen Tarif liegen darf. Für das Verschicken einer SMS muss der Kunde höchstens 2 Cent und für 1 MB Internet-Daten bis zu 6 Cent mehr bezahlen. Der Empfang von SMS ist grundsätzlich kostenfrei.
Ab Mitte 2017 soll das Roaming sogar vollständig kostenlos sein – ob diese Regeln jedoch innerhalb eines gewissen zeitlichen Rahmens eingeschränkt werden, um einen Missbrauch durch die Kunden zu verhindern, wird derzeit noch diskutiert.
Es steht jedoch fest, dass ein Unternehmen SIM-Karten sperren kann, wenn diese dauerhaft für das Telefonieren im Ausland verwendet werden und der Inhaber keinen regulären Wohnsitz im Heimatland eines Anbieters vorweisen kann.
Weltweit existiert keine Beschränkungen der Roaming-Gebühren
Auch außerhalb der EU können Kunden fast immer problemlos mit ihrem Smartphone telefonieren. Anders als in Europa sind hier aber keinerlei Kostenbeschränkungen wirksam. Das Roaming funktioniert aufgrund von Verträgen zwischen den einzelnen Telefonanbietern, die die Gebühren dafür frei untereinander aushandeln können. Fast immer schließt ein heimisches Unternehmen dabei Verträge mit unterschiedlichen Betreibern ab, die durchaus große Unterschiede aufweisen können.
Es ist deshalb für den Kunden wichtig, in welchem ausländischen Netz sein Telefon beim Roaming eingewählt ist. Flatrates für das Telefonieren und das mobile Internet gelten prinzipiell fast immer nur für das Inland. Sowohl außer- wie innerhalb der EU fallen fast immer zusätzliche Gebühren an. Gespräche werden deshalb in der Regel nach einem Minutenpreis abgerechnet. Es lohnt sich unterschiedliche Handy Flatrates online zu vergleichen.
Praktische Tipps, um hohe Kosten zu vermeiden
Selbst wenn ein Smartphone überhaupt nicht benutzt wird, können bereits Gebühren über die mobile Datenverbindung anfallen. Besonders tückisch ist es beispielsweise, wenn sich Anwendungen automatisch aktualisieren, da hier mitunter große Datenmengen heruntergeladen werden. Als erster Schritt vor einer Reise ins Ausland empfiehlt es sich, mobile Daten zu sperren und automatische Aktualisierungen zu deaktivieren. Das blockiert dann auch die ebenfalls datenaufwendige Navigation, die häufig auch nur mit mobilem Internet funktioniert.
Außerdem ist es sinnvoll, sich über Zusatzangebote des eigenen Betreibers und unterschiedliche Kosten für Roaming-Partner zu informieren. Über den Menüpunkt „Manuelle Netzwahl“ kann anschließend der günstigste Anbieter eingetragen werden. Geschieht dies nicht, wählt sich ein Telefon automatisch in das sendestärkste Netz ein.
Kostenfallen lauern an vielen Orten
Wer ganz sicher gehen will, sollte mobile Daten grundsätzlich blockieren und nur über hoteleigene WLAN oder Hotspots auf das Internet zugreifen. Viele Messenger wie WhatsApp bieten kostenlose Telefongespräche, die bei einer Internetverbindung im Urlaub genutzt werden können. Wer außerhalb der EU eine ausländische SIM-Karte nutzt, sollte unbedingt die „bedingte Rufumleitung“ seiner Mailbox deaktivieren, die ansonsten selbstständig Verbindungen zu dem teuren Auslandstarif aufbauen kann.

Gänzlich unreguliert ist übrigens das Telefonieren und der Internetzugriff etwa auf Kreuzfahrtschiffen. Diese greifen auf Satellitenverbindungen zurück und können sehr hohe Kosten verursachen. Auch für das WLAN bestehen hier häufig Tarife, die auf Datenmengen statt Flatrates zurückgreifen.
Video: Mit dem Handy im Ausland : International Roaming – ARD Ratgeber Internet
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Titelbild: ©istock.com – Bet_Noire


